Willkommen auf der Ballycroy Nationalpark Internetseite

 

Für mich istt der Nephin Beg Höhenzug gewiss derr abgeschiedenste Ort dieses Landes, da sich um seine Hügel noch weite Flächen wegloses Moorland erstrecken...Ich gestehe, das ich einen solchen Ort weder einsam noch deprimierend, sondern inspirierend finde. Sie werden gleichzeitig mit sich selbst und mit dem Geheimnis und der Erhabenheit der Natur konfrontiert.

Robert Lloyd Praeger (1937) The Way That I Went

 

Einleitung

Der Ballycroy Nationalpark wurde im November 1998 als sechst er Nationalpark Irlands gegründet und befindet sich an der Westküste des Landes, im Nordwesten des County Mayo. Der Park umfasst mehr als 11,000 Hektar atlantisches Deckenmoor und Bergiges Gelände – eine riesige unbewohnte, urwüchsige Wildnis, über die sich der Höhenzug des Nephin Beg erhebt. Dessen höchster Berg ist mit 721 Metern über NN der Slieve Carr. Zwischen den beiden Gipfeln Nephin Beg und Slieve Carr liegen mehrere Seen, die Scardaun Loughs. Westlich der Berge befindet sich das Owenduff Moor, eines der letzten intakten aktiven Deckenmoorsysteme Irlands und West europas und ein gleichsam wissenschaftlich bedeutsamer wie landschaf tlich reizvoller Teil des Nationalparks. Außerdem bietet der Park Schutz für eine Vielzahl anderer wichtiger Lebensräume und Arten.Hierzu gehö ren u.a. Heide und alpine Heide, Hochlandwiesen, Seen und Flusseinzugsgebiete, während mit Grönland-Blässgans, Goldregenpfeifer, Schottischem Moorschneehuhn und Otter nur einige der im Park anzutr effenden wichtigen Tiere genannt werden.

Der Nationalpark ist Teil des Owenduff/Nephin Complex, der als „Besonderes Schutzgebiet“ (SAC) des europäischen Naturschutz-Netzwerks Natura 2000 und als „Europäisches Vogelschutzgebiet“ (SPA) ausgewiesen ist. Diese beiden europaweit gültigen Bezeichnungen wurden im Rahmen von Natura 2000 festgelegt und schützen seltene, wichtige Lebensräume und Arten unter der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie der EU.

Das Besucherzentrum des Nationalparks befindet sich in dem Ort Ballycroy, direkt an der Nationalstraße 59 zwischen Mulranny und Bangor Erris. Der Zugang zum Park erfolgt zu Fuß über den Bangor Trail. Für die Verwaltung des Ballycroy Nationalparks ist der National Parks & Wildlife Service.

Owenduff

Ballycroy National Park Visitor Centre

Das Besucherzentrum Foto: ROS KAVANAGH PHOTOGRAPHER

Geschichte

Vor dem Aufkauf durch den irischen Staat wurde das Gebiet des heutigen Nationalparks als Torfgrube, für landwirtschaftliche Zwecke und für Freizeitaktivitäten wie Angeln, Jagen und Bergwandern genutzt. Entlang des Bangor Trail, nahe der Flüsse Owenduff und Tarsaghaun, finden sich Spuren früher menschlicher Besiedelung (Überreste von Steingebäuden und traditionelle Wölbackerkultur). Schon seit alters her haben Menschen im Gebiet des Parks gefischt und gejagt und stellten dabei sicherlich auch dem Rothirsch nach, der früher die Nephin Beg Mountains durchstreifte. Der Bangor Trail hat ebenfalls eine lange Geschichte, die wohl bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Für die Instandhaltung des Trails war stets der Grundherr zuständig, durch dessen Land das jeweilige Teilstück des Trails führte. Bevor in jüngerer Zeit die Straßen zwischen der Region Bangor Erris und Newport gebaut wurden, diente der Trail dem Fortkommen von Mensch und Vieh. Auch Emigranten auf dem Weg von Bangor Erris nach Westport sind wahrscheinlich diesem Pfad gefolgt.

Entlang des Bangor Trail   

Naturlehrpfad in Besucherzentrum

Geologie

Der nördliche Teil Mayos besteht zum Teil aus präkambrischen Gesteinen, die mehr als 600Mio. Jahre alt sind. Die aus dieser Zeit stammende Dalradian-Gruppe, auf der sich der Nationalpark erhebt, entstand aus einem strömungsreichen flachen Meeresgewässer mit seichten, sandigen Stellen, kalkhaltigen Lagunen und schlammgründigen Tiefen. Die Westseite des Parks ruht auf durch Bedeckung und Auffaltung verfestigtem, kristallisiertem Schiefer und Gneis. Am östlichen und südlichen Ende des Parks herrschen Quarzite vor. Die Gletscher der vergangenen 2,5Mio. Jahre zeichnen für einige der landschaftlich schönsten Punkte des Parks verantwortlich. Hierzu gehören die vielen Kare wie Corryloughaphuill Lough. Grundmoränen am Südrand des Nephin Beg Höhenzugs legen ebenfalls ein Zeugnis der Gletschertätigkeit ab.

Nephin Beg Höhenzugs

Habitate

Der Nationalpark beherbergt unterschiedlichste Lebensräume. Am höchsten Punkt, dem Slieve Carr, findet sich alpine Heide. Weitere Habitate sind Hochlandwiesen, Feucht- und Trockenheide, Seen und die beiden bedeutenden Flüsse – Owenduff und Tarsaghaun –, die nordwestlich von Ballycroy ins Meer fließen. Dank einer Niederschlagsmenge von bis zu 2000mm pro Jahr ist der vorherrschende Lebensraum jedoch das aktive Atlantische Deckenmoor, das einen Großteil der Parkfläche ausmacht.

Flora

In den Mooren wächst ein große Zahl interessanter Pflanzen wie Torfmoose, Schwarzes Kopfried (ein wichtiges Element des Atlantischen Deckenmoors), Blaues Pfeifengras, Schmalblättriges Wollgras, Deer-Gras (Muhlenbergia rigens), Glockenheide, Graue Heide, Weißes Schnabelried, Beinbrech, Gagelstrauch, Orchideen, Läusekraut, Kreuzblumen, Flechten, Sonnentau und Fettkraut.

Sonnentau und Fettkraut sind fleischfressende Pflanzen, die sich an das nährstoffarme Moor angepasst haben und mit ihren Blättern Insekten fangen und verdauen.

       

Sonnentau mit damselfly     Moor-Steinbrech  

  

Efeu-Moorglöckchen         Stechginster mit Grün Hairstreak Schmetterling

Im Deckenmoor findet sich eine große Zahl von Moorseen, deren Nährstoffe basenarm sind und so einen wichtigen Lebensraum für den Fieberklee darstellen. Die Pflanzenvielfalt der Seen selbst ist gering, die Flora an ihren Ufern ist hingegen gut entwickelt und umfasst Wasser-Lobelien, Süßgraspflanzen der Art Eriocaulon aquaticum, Gewöhnliche Sumpfbinse und Zwiebelbinse.

Zu den im Park vertretenen seltenen Pflanzen gehört das Efeu-Moorglöckchen, das im Juli und August blüht. Es wächst auf den Feuchtwiesen an den Ufern der Flüsse Tarsaghaun und  Owenduff. Eine weitere seltene Pflanze – der durch die Pflanzenschutzverordnung von 1999 geschützte Moor-Steinbrech – lässt sich an denjenigen Stellen des Deckenmoors beobachten, an denen Nährstoffe an die Oberfläche aufsteigen. Gegenblättriger Steinbrech, Alpen-Wiesenraute, Krautweide und Starre Segge sind hingegen Beispiele für seltene Pflanzen der alpinen Heide. Sie kommen in den Bergen des Nationalparks vor, während sie in den kälteren Regionen Europas üblicherweise in größerer Höhe anzutreffen sind. Zu den beherrschenden Pflanzen, die ebenfalls in den Bergen zu finden sind, gehören die Graue Heide und das Heidekraut sowie Krähen- und Heidelbeeren.

Fauna

Im Park leben verschiedene Säugetierarten wie Fuchs, Dachs, Schneehase, Otter, wildlebender Amerikanischer Nerz, Zwergspitzmaus und verschiedene Fledermausarten, darunter eine der am häufigsten vorkommenden Arten Irlands, die Mückenfledermaus. Nicht heimische (d. h. aus einer Zucht stammende) Rothirsche wurden im Jahr 2000 in der Gegend von Bellacorick ausgewildert und sind inzwischen in den Randbereichen des Parks anzutreffen. Baummarder hingegen haben die am Rand des Parks angepflanzten Nadelbäume erobert. Owenduff und Tarsaghaun sind für Atlantische Lachse und Meerforellen bekannt, während in den Flüssen und Seen Bachforellen schwimmen. Otter ernähren sich von den Aalen und Lachsen der Flüsse und können gelegentlich im Deckenmoor zwischen den Moorseen beobachtet werden. Diese Seen sind ein wichtiger Lebensraum für viele der im Park lebenden wirbellosen Tiere. Die räuberischen Larvenstadien der Klein- und Großlibellen ernähren sich von den Insekten an der  Wasseroberfläche, bevor sie sich in geflügelte ausgewachsene Tiere verwandeln. Diese farbenprächtigen,  markanten Insekten sind gute Gradmesser für die große Vielfalt des Ökosystems im Park, denn zu den anzutreffenden Spezies gehören Torf-Mosaikjungfer, Kleiner Blaupfeil, Vierfleck, Große Heidelibelle, Schwarze Heidelibelle, Gebänderte Prachtlibelle,  Gemeine  Becherjungfer, Große Pechlibelle, Frühe Adonislibelle und Gemeine Binsenjungfer. Erwachsene Klein- und Großlibellen sind Räuber, die andere Insekten pressen. Einige Arten stechen ihre Eier direkt in die Wasserpflanzen der Moorseen ein, während andere ihre Eier im Flug ins Wasser abwerfen.

      

Grasfrosch                               aGoldregenpfeifer (Foto Cameron Clotworthy)   

Moorschneehühner (Foto: Mike Brown Photography)

Der Nationalpark bietet einer Vielzahl von Vogelarten Lebensraum; zu nennen sind hier Wasseramseln, Flussuferläufer, Waldschnepfen, Alpenstrandläufer, Feldlerchen, Wiesenpieper, Raben, Nebelkrähen und Singschwäne. Zu den im Park lebenden Raubvögeln zählen nicht nur Falken, Habichte und Sperber, sondern auch seltene Unterarten wie Zwerg- und Wanderfalken. Im Winter ist die Kornweihe im Park zu Gast. Die Heidepflanzen unterschiedlicher Höhe ziehen ferner Schottische Moorschneehühner an. Hohe Heidepflanzen bieten Schutz vor Angreifern, während junge Triebe das für die Küken notwendige Futter liefern. Seltenere Arten nutzen die Gegend entweder als winterliche Futtergründe oder sommerliche Brutgebiete. Grönland-Blässgänse sind Wintergäste aus Grönland, die von Oktober bis April im Park beobachtet warden können. Sie ernähren sich von den Wurzeln des Schmalblättrigen Wollgrases und des Weißen Schnabelrieds, das sie in den Schwingrasenmooren finden. Zahlreiche Goldregenpfeifer verbringen zwar den Winter in Irland, aber nur eine kleine Population brütet im Sommer in den höher gelegenen Gebieten Westirlands und somit auch im Ballycroy Nationalpark.

Karte

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Broschüre

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National Parks & Wildlife Service, 7 Ely Place, Dublin 2. Phone: +353 1 8883242 Fax: +353 1 8883272